Interkultureller Garten

Die Erfahrungen und Ideen aus dem Projekt „Viva la Vielfalt“ nehmen wir mit in das ESF-Vorhaben „Interkultureller Garten“.

Im Projekt „Interkultureller Garten“ treffen sich BürgerInnen des Viertels mit und ohne Migrationsbiografie und pflegen gemeinsam die Pflanzen, legen neue Beete an, säen, ernten und kochen das Geerntete.

Gemüse wird auf der ganzen Welt angebaut und nur die Kulturen und Techniken unterscheiden sich. Diese Tatsache bietet viele Anknüpfungspunkte als Basis für eine Kommunikation trotz sprachlicher Barrieren – und zum Abbau dieser Barrieren. Durch den Austausch über regionale und kulturelle Besonderheiten im Anbau und Verzehr von Lebensmitteln lernen die GärtnerInnen mit und ohne Flucht-/ Migrationsbiographie sich nicht nur besser kennen und verstehen, sie lernen auch mit- und voneinander.

Ziel dieses zentralen Bausteins des Projektes ist es, mit den Teilnehmenden das Format eines selbstverwalteten interkulturellen Gartens zu entwickeln. Dieser stellt sowohl einen bleibenden, wachsenden Ort niedrigschwelligen Erlernens von Grund- und Schlüsselkompetenzen zur autonomen Bewältigung des Alltags als auch der interkulturellen Kommunikation dar.

 

Im zweiten Projektbaustein werden Menschen mit Fluchtbiografie aus den Quartieren des Leipziger Westens Anreize und Möglichkeiten geboten, die soziokulturellen Angebote des Fördergebietes wahrzunehmen und sich selbst dort einzubringen sowie Orte kennenzulernen, an denen eine Deckung verschiedener Grundbedürfnisse auf gemeinwohlökonomischer Basis möglich ist. Zudem sollen durch den Besuch von Unternehmen und Initiativen im Quartier Möglichkeiten des Spracherwerbs sowie der beruflichen Orientierung aufgezeigt werden. In regelmäßigen Exkursionen besuchen wir diese Orte mit BewohnerInnen der Gruppenunterkünfte des Pandechaion Herberge e.V. sowie der Malteser in Leipzig West.

 

Ab 2017 wird der Interkulturelle Garten jeden Montag ab 12 Uhr im ANNALINDE Gemeinschaftsgarten stattfinden. Dazu sind alle, die Lust haben gemeinsam zu gärtnern herzlich eingeladen.

 

 

Das Projekt „Interkultureller Garten“ wird von September 2016 bis August 2018 durch die Europäsiche Union mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfond finanziert.

Gartencafé - Wintersaison

Um auch an kalten Tagen einen interkulturellen Treff zu gewährleisten findet in der Wintersaison jeden Dienstag das Gartencafé als Offener Treff in den Räumen des Zollschuppenvereins e.V. statt. Hierzu ist jeder und jede rechtherzlich eingeladen. Bei Kaffe, Tee, Brettspielen, Tischkicker sowie gemeinsamem Kochen und Backen kommen wir miteinander ins Gespräch und bereiten uns auf das Frühjahr vor.

 

Anfang Januar – Ende März

Immer Dienstags 13-20 Uhr

Zollschuppenstr. 11, 04229 Leipzig, EG.

Infos unter: bildung[at]annalinde-leipzig.de

Offener Garten West

Ab September 2016 fanden die ersten interkulturellen Gartentreffen in den Offenen Gärten West (Ecke Markranstädter/Klingenstraße) statt. Dort betreibt eine Arbeitsgruppe des Zollschuppen e.V. schon seit Anfang 2016 ein interkulturelles Gartenprojekt. Auf Grund eines geplanten Bauvorhabens wird die Fläche des Offenen Garten West leider voraussichtlich schon 2017 nicht mehr als Gartenfläche zur Verfügung stehen. Da wir mit unserem Projekt jedoch den Teilnehmenden eine dauerhafte Perspektive und einen festen Orten für den „Interkulturellen Garten“ geben möchten, ziehen wir mit Beginn der Gartensaison 2017 in den ANNALINDE Gemeinschaftsgarten um.

Die verbleibende Zeit nutzen wir, um im Offenen Garten West, sowie in den verschiedenen Unterkünften gemeinsame Treffen mit Kochen, Basteln etc. abzuhalten und legen unseren Schwerpunkt auf Exkursionen zu interessanten und für die Teilnehmenden relevanten Orten im Viertel.

Viva la Vielfalt

Im Rahmen der Veranstaltung „Vival la Vielfalt“ kam es von April bis Dezember 2015 zu regelmäßigen Treffen im Gemeinschaftsgarten zwischen den Freiwilligen des Gartens und Flüchtlingen aus einer Unterkunft des Pandechaion Herberge e.V. Bei den Treffen wurde gemeinsam gegärtnert, geerntet, gekocht und gegessen. So kam es zu vielen schönen Begegnungen und einem regen interkulturellen Austausch zwischen den Teilnehmenden.

 

Der Höhepunkt der Reihe war die einwöchige Ausstellung der Fotos, welche Eindrücke der Teilnehmenden aus den Veranstaltungen dokumentieren. Anlässlich der Ausstellung organisierten die Freiwilligen und Geflüchteten an zwei Abenden ein performatives Dinner „Aufgetischt“ zusammen mit der Initiative Interaction. Bei diesen Dinnern wurde öffentlich geladen und die Gäste – zu gleichen Teilen mit und ohne Fluchtbiographie – wurden von Geflüchteten aus einer Unterkunft des Pandechaion (Syrisch) und der Erstunterbringung Ernst Grube Halle (Eriträisch) traditionell bekocht. Eine besondere Erfahrung für die Freiwilligen war die Einladung zur Teilnahme am Zuckerfest, mit dem die Menschen der Unterkunft des Pandechaion in der Georg Schwartz Straße das Ende des Fastenmonats Ramadan begehen.

 

Das Projekt wurde im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben! – Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“ gefördert.