Urbane Agrikultur

Urbane Agrikultur…

…verbessert nicht nur die direkte Verfügbarkeit von gesunden Lebensmitteln und unterstützt damit die Gesundheit. Sie gibt auch der lokalen Wirtschaft neue Impulse und stärkt soziale Teilhabe und Gemeinschaftsbildung. Urbane Agrikultur leistet darüber hinaus einen wichtigen Beitrag zum Schutz und zur Weiterentwicklung der biologischen Vielfalt in der Stadt und trägt zur Schließung urbaner Stoffkreisläufe bei. Damit leistet urbane Agrikultur einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Stadtentwicklung.

 

Unser neues Projekt…

…verfolgt das Ziel in den nächsten zwei Jahren (2016–2018) marktfähige Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln und letztlich auch anzubieten. Die mehrdimensionale Projektausrichtung trägt auf ökologischer, sozialer und ökonomischer Ebene zu einer nachhaltigen Stadtentwicklung bei:

 

Ökologische Dimension

Urbane Landwirtschaftsflächen ergänzen und verbinden vorhandene städtische Biotope und tragen damit direkt zum Schutz und zur Wiederherstellung der urbanen biologischen Vielfalt bei. Gleichzeitig unterstützen sie die Potentiale städtischer Ökosystemleistungen und verbessern auf diese Weise die Lebensqualität in der Stadt. Hinzu kommen Aspekte des Ressourcenschutzes im Sinne einer nachhaltigen, urbanen Kreislaufwirtschaft.

In unseren Gärten werden in den nächsten Jahren alternative Anbaumethoden sowie technische Innovationen erprobt und umgesetzt. Mit naturverträglicher Bewirtschaftung schaffen wir ökologisch hochwertige Flächen im urbanen Raum, die effektive Beiträge zum Schutz der biologischen Vielfalt leisten können, etwa Lebens- und Rückzugsräume für verschiedene Tier- und Pflanzenarten. Darüber hinaus erfüllen die Grünflächen wichtige stadtökologische und stadtklimatische Funktionen, etwa im Zusammenhang mit Grundwasserneubildung, Frischluftproduktion und Bodenschutz. Somit leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur urbanen Anpassung an den Klimawandel in der Stadt Leipzig.

 

Soziale Dimension

Urbane Agrikultur bezieht die BewohnerInnen als VerbraucherInnen und/oder ProduzentInnen ein und stellt damit eine neue Form gesellschaftlicher Teilhabe dar. Urbane Agrikultur kann im besten Fall auch einen Beitrag zur Ernährungsautonomie und damit (zumindest teilweise) zur Unabhängigkeit von Sozialleistungen und zur Schaffung größerer sozialer Gerechtigkeit leisten. Darüber hinaus trägt sie effektiv zu einer Sensibilisierung für ökologische Produkte bei und entwickelt Angebote im Hinblick auf die Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE).

 

Im Rahmen des Projektes werden zielgruppenspezifische Angebote zur Bildung für nachhaltige Entwicklung erarbeitet und die Demokratisierung kommunaler Ernährungsstrategien, etwa im Rahmen der „Essbaren Stadt Leipzig“ gefördert. Die Gärten verstehen sich als Ort erfahrungsbasierten und handlungsorientierten Lernens, an dem die Natur auch in der Stadt wieder greifbar werden soll. Über einen ko-konstruktiven Lernansatz machen wir unsere Themen durch Anfassen, Schmecken und Mitmachen sinnlich erlebbar und vermitteln Gestaltungskompetenz. Die Lernenden sollen in die Lage versetzt werden, auf Basis ihres Wissens Entscheidungen zu treffen, mit denen sich nachhaltige Entwicklungsprozesse verwirklichen lassen. Eine wichtige Rolle spielt die Integration von Menschen mit besonderen Bedürfnissen und die Ausrichtung des Zweckbetriebes als integrative Gärtnerei.

 

Ökonomisch-technologische Dimension

Urbane Agrikultur eröffnet neue Wege für die Nutzung urbaner Räume: Sie dient als Katalysator für technische Neuerungen in der landwirtschaftlichen Produktion und bewahrt durch intelligente Kreisläufe Ressourcen. Über betriebliche Kooperationen mit Akteuren im Umland werden neue ökonomisch tragfähige Geschäftsmodelle entwickelt.

Unser Anspruch ist es, verschiedene ökonomische Aspekte möglichst effizient zu kombinieren. So sollen innovative, technische Lösungen und alternative Anbaumethoden wie Hydroponik, Aquakulturen, gebäudeintegrierter Anbau sowie die Nutzung eigener regenerativer Energien dazu beitragen, die Wertschöpfung zu erhöhen.

 

Projektflyer (PDF)

 

Das Projekt wird gefördert vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB).

Berichte

Projektauftakt am 1. Juli 2016

Exkursion: Hopfen August/September 2016

Exkursion: Kopenhagen Oktober 2016