Terra Preta Workshop

Bei diesem Workshop der Stiftung Interkultur haben wir zusammen mit über 30 Stadtgärtnern aus Berlin, Halle, Magdeburg, Dresden und Leipzig unter der Anleitung von Dr. Jürgen Reckin aus Brandenburg unsere erste Schwarzerde im Garten „Annalinde“ selbst angesetzt. Nach einer Einführung zum aktuellen wissenschaftlichen Stand über den Zustand unserer Böden und deren fortschreitende Degradierung, erläuterte Herr Reckin den unterschied zwischen Dauerhumus und dem üblichen Komposthumus sowie das Zustandekommen der menschengemachten Erde und deren Vorkommnisse in Südamerika. Dort findet man in verlassenen Siedlungen noch nach über 7000 Jahren dauerhaft fruchtbare Böden, die aufgrund der schnellen Zersetzung von Pflanzenmaterial in den Regenwäldern auf natürliche Weise nicht zustande kommen könnten. Wir haben gelernt wie wichtig das Mikroorganismenleben und die Zusammensetzung unserer Böden für das Wachstum und die Versorgung von Pflanzen ist und somit eine wichtige Grundlage unseres Lebens darstellt.
Am Nachmittag weihte uns Herr Reckin dann in sein Geheimnis der Terra Preta-Herstellung ein, welche nur eine Variante ist, die er aber schon seit über 15 Jahren erprobt. Alles was wir dafür benötigten war zerfasertes Pflanzenmaterial aus unserem Grünschnitt im Februar, Pflanzenkohle, Ton- und Urgesteinsmehl sowie ein wenig unseres Substrates, um die Mischung mit örtlichen Mikroorganismen zu impfen. Nachdem das Ganze nass durchmischt wurde und auf 30 cm Höhe angeschüttet war, gossen wir das Beet noch mit Brennesseljauche. In drei Monaten können wir unser Ergebnis begutachten und werden davon berichten.

Für die Durchführung des Workshops ergeht noch einmal recht herzlicher Dank an die Stiftung Interkultur und Herrn Dr. Jürgen Reckin sowie euch interessierten Stadtgärtner. Lasst uns dieses Wissen weiter teilen und viel Erfolg bei Euren Versuchen mit Terra Preta.
Dokumentation mit Herrn Dr. Jürgen Reckin in der ZDF Mediathek: „Die Wiederentdeckung der Terra Preta“