Akademie

Die aus dem Gemeinschaftsgarten entstandene ANNALINDE Akademie lud 2014 unter dem Motto „Morgen kultivieren“ erstmals zu einer breiteren Diskussion über Aspekte zukunftsfähiger Stadtgestaltung ein. In einem vierteiligen Bildungsprogramm wurden die Themen Umweltpsychologie, zyklische Ressourcennutzung, erneuerbare Energien und alternative Ökonomien spielerisch und doch ernst behandelt. Dabei schloss sich der Kreis vom Informieren zum Handeln, es wurde diskutiert und ausprobiert. Die Akademie wurde 2014 unterstützt vom Leipziger Gartenprogramm und der Galerie für Zeitgenössische Kunst.

 

Seit 2015 stellt die ANNALINDE Akademie die Schnittstelle zwischen unseren drei Projektflächen – Gemeinschaftsgarten, Gärtnerei, Obstgarten –, unserer umweltpädagogischen und umweltpolitischen Arbeit sowie unserem Engagement in der Stadt- und Quartiersentwicklung dar.

Dies manifestiert sich u.a. über das Format Wildwuchs, die Kampagne für eine Essbare Stadt Leipzig, Fachvorträge und Workshops für MultiplikatorInnen und Interessierte und die regelmäßigen Umweltbildungsangebote an Schulen und KiTas.

Bei unseren Bildungsangeboten orientieren wir uns am Leitbild der Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE). Inhaltlich setzen wir dabei einen Schwerpunkt auf ökologische und gesellschaftliche Themenfelder wie zum Beispiel:

  • Ökolandbau
  • Urban Gardening/ Urbane Agrikultur
  • Saisonalität und Regionalität
  • Biologische Vielfalt
  • Gesunde Ernährung
  • Nachhaltige Stadtentwicklung
  • Ernährungssouveränität
  • Natur erleben und erfahren in der Stadt
  • Ökologische Gerechtigkeit
  • Klimawandel & Fluchtursachen

 

Die ANNALINDE versteht sich dabei als Ort erfahrungsbasierten und handlungsorientierten Lernens, an dem die Natur auch in der Stadt wieder greifbar werden soll. Über einen ko-konstruktiven Lernansatz machen wir unsere Themen durch Anfassen, Schmecken und Mitmachen erlebbar und vermitteln Gestaltungskompetenz. Das heißt, wir möchten die Lernenden dazu befähigen, ihr Wissen über nachhaltige Entwicklung auch konkret anwenden und Probleme nicht nachhaltiger Entwicklung erkennen zu können. Sie sollen in die Lage versetzt werden, auf diesem Wissen aufbauend Entscheidungen zu treffen, verstehen und umzusetzen, mit denen sich nachhaltige Entwicklungsprozesse verwirklichen lassen. Somit können sie aktiv und eigenverantwortlich die Zukunft mitgestalten. Auf unseren Projektflächen wird hierzu theoretisches Wissen mit praktischen Tätigkeiten und konkreten Umsetzungsmöglichkeiten verknüpft.

Mit der ANNALINDE Akademie wird unsere Umweltbildung ständig weiterentwickelt. Zudem verstehen wir die Akademie als offene Plattform für Wissensaustausch.

 

+++Aufgrund der aktuellen Situation mit Covid-19 bieten wir momentan keine Umweltbildungsformate an+++

Umweltbildung in Ankunftsquartieren

Offene Gärtnerei Ost

Von April bis Oktober 2020 treffen wir uns wöchentlich in der ANNALINDE Gärtnerei Ost:

Projektflyer zur Info

 

donnerstags 15 bis 19 Uhr

 

Ort:
Am Güterring 4 in 04318 Leipzig

 

Kontakt:

akademie@annalinde-leipzig.de

Tel + 49 (0) 159.068 46 708

 

Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln:
Bus 60 Haltestelle Lipsiusstraße; Bus 72, 73 Haltestelle Ostfriedhof; S4 Bahn-Halt Anger-Crottendorf

 

Projektinfo:

Im Projekt „Umweltbildung in Ankunftsquartieren“ stärken wir gemeinsam mit Menschen mit Fluchtbiographie unser Umweltbewusstsein durch eine regelmäßige Nutzung und das Kennenlernen von Freiflächen im Leipziger Osten. Die gemeinsamen Naturerfahrungen und der Austausch darüber ergeben für Menschen mit und ohne Fluchtbiographie Möglichkeiten einer intensiveren Umweltbildung, Möglichkeiten der Begegnung, Erholung und des gemeinschaftlichen Lernens.

 

Im Vorhaben treffen wir uns von April bis Oktober 2020 einmal in der Woche mit Anwohner*innen der Stadt Leipzig insbesondere mit Menschen mit Migrationsbiographie sowie weiteren teilhabefernen Gruppen in der ANNALINDE Gärtnerei Ost. Gemeinsam pflanzen und säen wir, legen Beete und Ackerstreifen an, lernen wie Gemüsekulturen zu pflegen sind, ernten das Gemüse und verkochen es gemeinsam.

 

Zudem finden Einzelveranstaltungen im Kontext von Stadtnatur, Umweltbildung und Alltagshandlungen statt. Zu öffentlichen Anlässen, bei bereits aktiven Akteur*innen der Migrant*innenarbeit oder auf ANNALINDE-Flächen werden die Veranstaltungen als Workshopformate umgesetzt. Die nahegelegene Stadtnatur zu nutzen und gleichzeitig zu schützen – das ist unser Anliegen.

 

Diese Maßnahme wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes. Die geplante Projektlaufzeit erstreckt sich vom 01.01.2020 bis 31.12.2020.

Sould Food Farmers

„Soul Food Farmers“ führt im Rahmen der nachhaltigen sozialen Stadtentwicklung Schönefeld Workshops mit Kindern und Jugendlichen rund um das Thema gesunde Ernährung und Urban Gardening durch und lernen gleichzeitig gemeinsam vieles über biologische Vielfalt, Stadtökologie, Klimaanpassung, Recycling und nachhaltigen Konsum.

 

Im wunderschönen Außenbereich des CVJM e.V. in Schönefeld am Mariannenpark zeigen wir den Kids wie man richtig Gemüse und Kräuter anbaut und worauf man bei seiner Ernährung achten kann. In gemeinsamen Kochkursen verarbeiten wir unser selbstangebautes Gemüse underfahren, dass gesund sehr wohl auch lecker sein kann.

 

Von Dienstag bis Donnerstag in der Zeit von 14 bis 17 Uhr bietet der Garten die Möglichkeit zum Gärtnern, Gestalten und Genießen. Also kommt vorbei und macht mit!

 

Ort: CVJM-GARTEN

Schönefelder Allee 23a, 04347 Leipzig

Zeit: Dienstag, Mittwoch, Donnerstag

14 – 17 Uhr

 

Das Projekt „Soul Food Farmers“ wird von Mai 2019 bis April 2021 durch die Europäische Union mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfond finanziert.

Essbare Stadt

Das Konzept der Essbaren Stadt wurde in Todmorden, Großbritannien unter dem Slogan „Incredible Edible“ entwickelt und wegen seines großen Erfolgs bald auch in andere Kommunen und Städte übertragen. 2011 kam die Idee mit dem Projekt Essbare Stadt Andernach auch nach Deutschland. Auf Grund der positiven Aufnahme in der Öffentlichkeit und Verwaltung konnte der Ansatz auch auf andere deutsche Kommunen übertragen werden, sodass sich mittlerweile in über 39 deutschen Städten Initiativen aktiv mit diesem Thema auseinandersetzen.

Im Ansatz geht es bei der Essbaren Stadt um eine Aufwertung öffentlichen Grüns durch die Anpflanzung essbarer Kulturen (Gemüse, Kräuter, Obst), wobei das Beernten der Pflanzen allen BürgerInnen bedingungslos möglich ist. Weiterhin umfasst die Essbare Stadt folgende Punkte:

  • Förderung der Kulturpflanzenvielfalt
  • Demonstration von Agrobiodiversität
  • Schaffung neuer Lebensräume
  • Gestaltung multifunktionaler Grünflächen
  • Stadtklimatische Aufwertung durch Begrünungsmaßnahmen
  • Ökonomische Grünflächenpflege
  • Partizipation der BürgerInnen an der Gestaltung des öffentlichen Raumes
  • Ökologische Gerechtigkeit
  • Demokratisierung der kommunalen Ernährung

Zusammen mit LeipzigGrün entwickeln wir ein Konzept für die Essbare Stadt Leipzig und laden regelmäßig zu „Tafelrunden“ ein – Vernetzungstreffen bei denen Initiativen, Erzeuger, Privatpersonen und das Quartiersmanagement beim gemeinsamen Essen über die bürgerschaftliche Gestaltung öffentlicher Grünflächen diskutieren.

Wildwuchs - So Essbar ist die Stadt

Seit 2015 bietet die Akademie in Zusammenarbeit mit dem Leipziger Gartenprogramm und den Wilden Leipzigern übers Jahr verschiedenste Möglichkeiten den Geschmack der eigenen Stadt zu erleben. Dies geschah in Form von Imker-Workshops der Imkerei Kirschgarten, geführten Mundraubtouren samt Verarbeitung im Leipziger Westen, einer Wildkräutertour, Fachvorträgen und Spaziergängen der Wilden Leipziger, sowie einem Obsterntecamp mit Cidre-Workshop und mobiler Saftquetsche im Alten Kranwerk Naunhof und vielem mehr.

Ab 2019 bauen wir die Formate im Rahmen der Reihe um sie in folgende drei Themenfelder:

 

Essbare Stadtnatur

Seit 2015 entwickelt die ANNALINDE gemeinsam mit LeipzigGrün und anderen Akteuren die Kampagne für eine Essbare Stadt Leipzig. Grundanliegen ist es, den BürgerInnen der Stadt Orte im öffentlichen Raum aufzuzeigen an denen bedingungslos Nahrungsressourcen für den Eigenbedarf geerntet werden können.

Das Themenfeld befasst sich mit den saisonal im öffentlichen Grün zu findenden Früchten, Beeren und Nüssen. In geführten Fahrrad-Mundraubtouren erkunden die TeilnehmerInnen ihren Stadtteil und ernten dabei jahreszeitlich verfügbares Obst. Die Verarbeitung des Geernteten wird beispielhaft in Workshops erprobt.

Neben der schonenden, fachlich korrekten Ernte, wird den TeilnehmerInnen die Bedeutung der Stadtnatur nahegebracht und an einzelnen Standorten der Fahrradtouren auch in einen kulturhistorischen und städtebaulichen Kontext gesetzt.

 

Kräuter und DIY

Neben Ernährungsaspekten kann die Wildnis in der Stadt auch als Kräuterapotheke erlebt werden. So zielt das Themenfeld Kräuter und DIY darauf ab, die Vielfalt der nutzbaren Kräuter im öffentlichen Raum erfahrbar zu machen. Die Verwendung als Heilkräuter oder Substanzen zur einfachen Selbstherstellung von Naturkosmetika, Farben oder Reinigungsmitteln werden in Workshops erprobt.

 

Landschaft und Kulturhandwerk

Dieses Themenfeld bildet den konzeptionellen Rahmen von WILDWUCHS. Räume öffentlichen Grüns wie Parks, Streuobstwiesen oder Flächen urbaner sowie periurbaner Agrikultur sind Resultate teils jahrhundertelanger kulturhistorischer Entwicklungsprozesse. Die Formen und Techniken des Handwerks, welche dazu beigetragen haben die Kulturlandschaft zu prägen werden in diesem Themenfeld abgebildet, erfahrbar gemacht und in einen aktuellen umwelt- und naturschutzfachlichen Kontext gestellt.

Verschiedene Workshops begleiten übers Jahr diverse Formen von landschaftsprägendem Kulturhandwerk. Den TeilnehmerInnen wird die Möglichkeit gegeben, sich praktisch beispielsweise im Sensen und Dengeln, in der Imkerei, im Kompostbau oder Obstbaumschnitt auszuprobieren.

 

Des Weiteren finden Führungen zur Bedeutung von urbanem Grün für die Biodiversität statt: „Von der Brachfläche zur Streuobstwiese“ stellt die Entwicklung des Bürgerbahnhof Plagwitz vom Industriebahnhof zur Partizipativen Grünfläche vor. „Agrobiodiversität in der urbanen Agrikultur zeigt, mit welchen Techniken in der Stadt und auf kleinem Raum umweltschonender Gemüsebau betrieben werden kann.