Urbane Agrikultur

Die ANNALINDE gGmbH ist ständig bestrebt Projekte und Vorhaben im Bereich der Urbanen Agrikultur zu entwickeln und den multifunktionalen Charakter weiter auszubauen. Hierzu werden eigene Projekte initiiert, sich an Forschungsvorhaben beteiligt sowie Kooperationen mit Akteuren einer nachhaltigen Stadtentwicklung geschlossen.

Mehrkammerbiomeiler

Entwicklung eines Mehrkammer-Biomeilers zur effizienten Wärme- und Komposterzeugung (MKMeiler).

 

Ziel des Projektes war die Entwicklung eines modular erweiterbaren, arbeits- und kosteneffizienten Mehrkammerbiomeilers, um eine wettbewerbsfähige und nachhaltige energetische Nutzung von bislang nicht bzw. rein stofflich genutzter Rest-Biomasse zu ermöglichen. Neben der professionellen Nutzung der Prozesswärme wird durch die Kaskadennutzung der Reststoffe auch die Gewinnung von regionalen Kompostprodukten in hoher Qualität beabsichtigt.

 

Das Projekt wurde 2020 abgeschlossen. Ein Bericht folgt. Das Team arbeitet an der Weiterentwicklung.

 

Projektkoordinator: Deutsches Biomasseforschungszentrum gGmbH: Dr. Torsten Schmidt-Baum, Projektpartner: LAV Erdenwerk Markranstädt

Projektlaufzeit: 01.04.2018 – 31.08.2020

Das Vorhaben wurde von 2018 bis 2020 im Rahmen der Nationalen Forschungsstrategie „BioÖkonomie 2030“ gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung – BMBF.

KoopLab

Teilhabe durch kooperative Freiraumentwicklung

Ankunftsquartiere gemeinschaftlich entwickeln

 

Ziel des Verbundprojekts KoopLab war es, in Reallaboren in drei Kommunen (Hannover, Leipzig, Dortmund) neue Verfahren und Instrumente zur kooperativen Freiflächenentwicklung zu erarbeiten. Es wurde analysiert, wie Grünflächen gestaltet und unter Einbeziehung lokaler Akteure gemeinschaftlich entwickelt werden müssen, um die sozial-räumliche Teilhabe im Quartier zu befördern und zu seiner ökologischen Aufwertung beizutragen. Im Fokus standen sogenannte Ankunftsquartiere, die in besonderem Maße von sozialer Benachteiligung, (temporärer) Migration und baulicher Dichte geprägt sind. Die Reallabore wurden zum einen als physische Orte, z.B. in Form einer Flächengestaltung verstanden. Zum anderen bildeten sie als Foren der Aushandlung von Interessen modellhafte Lernstätten für eine kooperative sozial-ökologische Quartiersentwicklung. Durch die Reallabore werden Kooperationsstrukturen gefestigt und Lernprozesse im Umgang mit zielgruppenspezifischer und kooperativer Stadtplanung ermöglicht. Partner in der Initiierung, Durchführung und Verstetigung der Reallabore waren die Kommunen, Wohnungsunternehmen, Planungsbüros, zivilgesellschaftliche Organisationen und Intermediäre. Der Ergebnistransfer erfolgt über die Modellkommunen hinaus in die (inter-)nationale Stadtentwicklungspolitik und Forschung.

 

Die Stadt Leipzig hat als „Stadt der Extreme“ (Rink 2015) in den letzten 25 Jahren eine Entwicklung von einer massiven Schrumpfung hin zu einem dynamischen Wachstum erlebt, welches nunmehr seit 2010 andauert und sich insbesondere auf die innenstadtnahen Ortsteile auswirkt. Die hohen Zuzugszahlen führen zu steigenden Wohnkosten, baulicher Verdichtung und wachsender sozialer Ungleichheit. In den letzten Jahren hat sich die Zuwanderung nach Leipzig deutlich internationalisiert und zu einer größeren Diversität der Bevölkerung beigetragen.
Der Fokus des Leipziger Teilprojekts lag auf den Ortsteilen im Leipziger Osten und Schönefeld. Dort geht eine Konzentration sozialer Benachteiligung mit einer neuen, jungen und zunehmend internationalen Zuwanderung einher. Die zentrale Lage, eine gute infrastrukturelle Ausstattung sowie neue Parks und sozio-kulturelle Initiativen führen zu einer schnellen Abnahme des Leerstands, steigenden Wohnkosten und zugleich einem stärkeren Nutzungsdruck auf Grün- und Freiflächen im Stadtteil.
Ziel des Leipziger Teilprojektes war es, die quartiersbezogenen Bedarfe der örtlichen Bevölkerung in diesen Stadtteilen mit „Ankunftscharakter“ in den Blick zu nehmen und Anforderungen für eine nachhaltige Flächengestaltung zu eruieren. An mehreren Standorten im Leipziger Osten und in Schönefeld wurden die vielfältigen Perspektiven von Praxisakteuren, Vereinen, Wissenschaft und den Bewohner*innen in Prozessen der kooperativen Freiflächenentwicklung zusammengebracht. Das Leipziger Teilprojekt wurde vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung als wissenschaftlichem Partner, Annalinde gGmbH als Praxispartner und in Zusammenarbeit mit dem Leipziger Amt für Stadtgrün und Gewässer bearbeitet.

 

Verbundkoordinator: Institut für Geographische Wissenschaften der Freien Universität Berlin (Prof. Dr. Antonie Schmiz); Verbund Leipzig: Helmholtz Zentrum für Umweltforschung UFZ; Stadt Leipzig-Amt für Stadtgrün und Gewässer, ANNALINDE gGmbH, Verbundstädte: Dortmund, Hannover

Projektwebseite: www.kooplab.de, UFZ – KoopLab

 

Das Projekt KoopLab wurde von 2018 bis 2021 im Rahmen der Forschungsstrategie FONA im Rahmen der Agenda Zukunftsstadt gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung – BMBF.

 

Zum Ende des Projektes entstanden zwei Podcasts zum Mariannenpark.

Urbane Agrikultur im Leipziger Westen

Von 2016 bis 2018 bildeten wir im Projekt „Urbane Agrikultur im Leipziger Westen“, gefördert durch das BfN mit Mitteln des BMUB, unsere Multifunktionalität in der sozialen und ökologischen Dimension weiter aus und versuchten Innovationen zu adaptieren.

 

Ökologische Dimension

Urbane Landwirtschaftsflächen ergänzen und verbinden vorhandene städtische Biotope und tragen damit direkt zum Schutz und zur Wiederherstellung der urbanen biologischen Vielfalt bei. Gleichzeitig unterstützen sie die Potentiale städtischer Ökosystemleistungen und verbessern auf diese Weise die Lebensqualität in der Stadt. Hinzu kommen Aspekte des Ressourcenschutzes im Sinne einer nachhaltigen, urbanen Kreislaufwirtschaft.

In unseren Gärten wurden alternative Anbaumethoden sowie technische Innovationen erprobt und umgesetzt. Mit naturverträglicher Bewirtschaftung schaffen wir ökologisch hochwertige Flächen im urbanen Raum, die effektive Beiträge zum Schutz der biologischen Vielfalt leisten können, etwa Lebens- und Rückzugsräume für verschiedene Tier- und Pflanzenarten. Darüber hinaus erfüllen die Grünflächen wichtige stadtökologische und stadtklimatische Funktionen, etwa im Zusammenhang mit Grundwasserneubildung, Frischluftproduktion und Bodenschutz. Somit leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur urbanen Anpassung an den Klimawandel in der Stadt Leipzig.

 

Soziale Dimension

Urbane Agrikultur bezieht die BewohnerInnen als VerbraucherInnen und/oder ProduzentInnen ein und stellt damit eine neue Form gesellschaftlicher Teilhabe dar. Sie leistet so einen Beitrag zur Ernährungsautonomie und damit zur teilweisen Unabhängigkeit von Sozialleistungen und zur Schaffung größerer sozialer Gerechtigkeit. Darüber hinaus trägt urbane Agrikultur effektiv zu einer Sensibilisierung für ökologische Produkte bei und entwickelt Angebote im Hinblick auf die Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE).

Im Rahmen des Projektes wurden zielgruppenspezifische Angebote zur Bildung für nachhaltige Entwicklung erarbeitet und die Demokratisierung kommunaler Ernährungsstrategien, etwa im Rahmen der „Essbaren Stadt Leipzig“ gefördert. Die Gärten verstehen sich als Ort erfahrungsbasierten und handlungsorientierten Lernens, an dem die Natur auch in der Stadt wieder greifbar werden soll. Über einen ko-konstruktiven Lernansatz machen wir unsere Themen durch Anfassen, Schmecken und Mitmachen sinnlich erlebbar und vermitteln Gestaltungskompetenz. Die Lernenden werden in die Lage versetzt, auf Basis ihres Wissens Entscheidungen zu treffen, mit denen sich nachhaltige Entwicklungsprozesse verwirklichen lassen. Eine wichtige Rolle spielt die Integration von Menschen mit besonderen Bedürfnissen und die Ausrichtung des Zweckbetriebes als integrative Gärtnerei.

 

Das Projekt wurde gefördert vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUB).

nascent

Neue Chancen für eine nachhaltige Ernährungswirtschaft durch transformative Wirtschaftsformen

 

Das etablierte Ernährungssystem befindet sich in der Krise. Neue Wirtschaftsformen und -initiativen stellen einen interessanten Ansatzpunkt für eine solche Transformation des konventionellen Ernährungssystems dar
Das verdeutlichen nicht nur diverse Lebensmittelskandale, sondern auch Umweltverschmutzung, Klimawandel Überdüngung oder Versorgungsprobleme auf dem Land. Ein Wandel zu einer nachhaltigeren Wirtschaftsweise ist daher auch im Ernährungsbereich notwendig. Neue Wirtschaftsformen und -initiativen, bei denen soziale und Umweltbelange stärker im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen, stellen einen interessanten Ansatzpunkt für eine solche Transformation des konventionellen Ernährungssystems dar.

 

Verbundkoordinator: Universität Oldenburg; Verbundpartner: Universität Stuttgart, Anstiftung; Praxispartner Leipzig/Dresden: deinHof, ANNALINDE gGmbH

Projektlaufzeit: 01.04.2015 – 31.03.2018

weiterführende Informationen: www.nascent-transformativ.de

 

Das Projekt „nascent – Neue Chancen für eine nachhaltige Ernährungswirtschaft durch transformative Wirtschaftsformen“ wurde von 2015 bis 2018 im Rahmen des Programms FONA – Forschung für Nachhaltige Entwicklung und in der Fördermaßnahme Nachhaltiges Wirtschaften – Sozialökologische Forschung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung – BMBF gefördert.